Die mögliche Ablagerung von Abrissmaterial aus dem ehemaligen Kernkraftwerk Biblis auf der Büttelborner Deponie beschäftigt weiterhin die politischen Akteure im Kreis Groß-Gerau. Nachdem schon ein intensiver Austausch mit der CDU-Kreistagsfraktion im vergangenen Sommer stattfand, waren diese Woche Armin Hanus und Bernd Petri als Vertreter der Bürgerinitiative Büttelborn21 erneut beim CDU Kreisverband zu Gast. Mit am Tisch saßen der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Sauer, die CDU-Landtagsabgeordnete Ines Claus, der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion und Riedstädter Bürgermeister Marcus Kretschmann sowie Susanne Overdiek und Thorsten Dietrich als Vertreter der CDU in Büttelborn.
In diesem offenen Austausch führten die Vertreter von Büttelborn21 erneut aus, welche Bedenken es gegen den „freigemessenen“ Abfall aus Biblis gibt. Insbesondere die auf Bundesebene definierten Grenzwerte standen hierbei in der Diskussion. Das sogenannte „10-Microsiefert-Konzept“, welches beschreibt wann strahlende Abfälle als unbedenklich gelten, wird derzeit ganz besonders vom BUND angezweifelt.
Über 3.000 Tonnen Beton und Mischabfall aus Biblis müssen bis ins Jahr 2033 hinein entsorgt werden, da der Kreis Bergstraße keine eigene Abfalldeponie beheimatet.
Büttelborn21 – deren Forderungen von allen Parteien in Büttelborn unterstützt werden – fordert, Lösung vor Ort in Biblis oder in einer unterirdischen Deponie zu suchen.
„Für Büttelborn und den Kreis Groß-Gerau ist diese Situation natürlich belastend. Mit der Büttelborner Deponie hat der Kreis über Jahrzehnte Abfälle anderer Regionen aufgenommen und entsorgt. Die Deponie ist eingebettet in landwirtschaftlich genutzte Flächen, nah an der Wohnbebauung und soll zukünftig als Naherholungsgebiet genutzt werden.“ fasst CDU-Kreisvorsitzender Stefan Sauer die diskutierten Bedenken zusammen.
„Obwohl der Hessische Landtag nicht darüber befindet, wo die fraglichen Abfälle entsorgt werden, ist es mir als örtlich zuständige Abgeordnete wichtig, Vertrauen in die Rechtsgrundlagen und die Abläufe zu schaffen. Klar ist: Die aktuelle Rechtslage lässt die Entsorgung von Abbruchmaterial aus Biblis auf Hausmülldeponien zu. Gleichzeitig stelle ich aber deutlich fest, dass bei der Entsorgung der Abfälle die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung sowie der Umwelt maßgeblich beachtet werden müssen. Die Unbedenklichkeit der Deponierung muss sichergestellt werden, gerade im Zusammenhang mit der Nachnutzung.“, so Ines Claus.
„Es gilt nun bei der bestehenden Rechtslage anzusetzen. Zum einen muss in Berlin Druck gemacht werden, dass die Grenzwerte überprüft werden. Zum anderen gilt es auf Seiten der Deponie zu prüfen, ob die Annahme des Mülls aus Biblis nicht im Widerspruch mit der Nachnutzung als Naherholungsgebiet steht.“ fasst Marcus Kretschmann zusammen.
Die CDU – sowohl in der Gemeinde Büttelborn als auch im Kreis Groß-Gerau – hat beiden Vertretern von Büttelborn21 nochmals ihre uneingeschränkte Unterstützung zugesagt. „Das Engagement von Büttelborn21 bei vielen Themen rund um die Deponie kann nicht hoch genug eingeschätzt werden“ bekräftigte der Büttelborner CDU-Vorsitzende Thorsten Dietrich, „Wir sind froh und dankbar, solche engagierten Bürgerinnen und Bürger in unserer Gemeinde zu haben.“

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